Minus- Symptome

Veränderung des Antriebs

  • Betroffenen fällt es oft schwer Aktivitäten anzufangen oder durchzuhalten. Viele Dinge scheinen ihnen nicht mehr so wichtig zu sein wie vor der Erkrankung. Auch durch Angehörige und Außenstehende sind sie schwer zu motivieren.
  • Betroffene beschreiben die Lage oft so: „Manchmal ist mir einfach alles zu viel, dann strengt es mich schon an aufzustehen und mir die Zähne zu putzen – dann bleibe ich oft einfach im Bett liegen.“, „Aufgaben, die andere Menschen mühelos bewältigen und die ich früher auch geschafft habe, fallen mir jetzt sehr schwer“ oder „Mir fällt gar nicht ein, was ich in meiner Freizeit tun könnte“.
  • Für die Angehörigen ist diese Antriebsproblematik in der Regel belastend, da sie miterleben, wie das betroffene Familienmitglied Aufgaben im Haushalt, bei der Arbeit oder die eigene Körperhygiene vernachlässigt. Angehörige sagen beispielsweise:„Das Studium scheint ihr gar nicht mehr wichtig zu sein“, „Er liegt oft stundenlang tagsüber im Bett anstatt sich um seine Bewerbung zu kümmern“ oder „Sie wäscht sich nur noch einmal in der Woche die Haare, obwohl sie früher doch so auf ihr Äußeres geachtet hat“.
  • Oft erwachsen Konflikte und Streit aus diesem Verhalten. Betroffene berichten nämlich, dass sie nichts tun können, da ihnen die Motivation und der Schwung fehle, Angehörige erleben und interpretieren dieses Verhalten jedoch in der Regel mehr als ein „Nichtwollen“ und reagieren dann vorwurfsvoll.


Der Wunsch viel allein zu sein (Sozialer Rückzug)

  • Viele Betroffene erzählen, dass sie bereits einige Zeit vor dem Ausbruch der Krankheit eher das Bedürfnis hatten sich von anderen zurückzuziehen, mehr für sich zu sein oder Dinge allein zu tun. Vor allem der Kontakt mit vielen Menschen wird von Betroffenen als anstrengend beschrieben.
  • Ein Betroffener berichtet: „Wenn ich im Seminar mit vielen Mitstudenten saß, alle durcheinander redeten und ich auch noch den Erklärungen des Dozenten an der Tafel folgen musste, wusste ich manchmal gar nicht, wohin ich zuerst hinschauen oder hinhören sollte. Das war mir alles zu viel. Ich bin dann oft sehr erschöpft nach Hause gekommen. Später hat es mich schon angestrengt, wenn mehr als zwei Leute in der Küche meines Wohnheims saßen. Ich habe mich dann immer öfter in mein Zimmer zurückgezogen, dort hatte ich dann endlich meine Ruhe“.

Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten

  • Fast alle Betroffene berichten, dass sie im Rahmen der Erkrankung die Erfahrung gemacht haben, dass sie sich nur sehr schwer auf Dinge konzentrieren und diese nicht mehr so gut behalten konnten wie früher.
  • Viele kommentieren dieses Problem z. B. wie folgt: „ Ich habe so große Mühe bei einem Gespräch gedanklich zu folgen, wenn es über einen längeren Zeitraum geht“, „Früher habe ich gerne Romane gelesen, jetzt kann ich mich schon nach 3 Seiten nicht mehr darauf konzentrieren, ständig schweifen meine Gedanken ab“ oder „Worum es bei der Unterhaltung ging, hatte ich nach 10 Minuten schon wieder vergessen.“
  • Die meisten Betroffenen leiden sehr unter diesen Schwierigkeiten, oft empfinden sie es auch als peinlich und unangenehm anderen gegenüber, wenn sie wiederholt nachfragen müssen.

Veränderung von Gefühlen

  • Im Zusammenhang mit einer psychotischen Erkrankung erleben Betroffene häufig eine deutliche Veränderung ihrer Gefühle. Es treten Gefühle auf, die ihnen vorher unvertraut waren, andere Gefühle hingegen fehlen.
  • Viele erleben Ängste oder Gefühle von Aggression, die oft durch die Überzeugung von ungewöhnlichen Sachverhalten oder durch Sinnestäuschungen hervorgerufen werden. Ein Betroffener berichtet: „Ich bin jetzt oft so gereizt und niedergeschlagen, das kenne ich so von mir gar nicht“.
  • Sehr viele Patienten erleben, dass sie nur noch wenig Interesse an Unternehmungen oder Dingen finden, die ihnen vor Ausbruch der Erkrankung Spaß gemacht haben. Das Gefühl keine oder nur noch deutlich eingeschränkt Freude empfinden zu können, lässt viele verzweifeln. Manchmal kommen auch Gedanken daran auf, dass das Leben so keinen Sinn mehr machen könnte. Eine Betroffene erzählt: „Früher habe ich so gerne gekocht und habe meinen Neffen stundenlang Geschichten vorgelesen. Das bedeutet mir alles gar nichts mehr, ich fühle mich völlig leer. In solchen Momenten würde ich am liebsten Schluss machen“.
  • Betroffene habe manchmal auch Schwierigkeiten, die Gefühle, die sie empfinden auch mit der passenden Körpersprache und auch Worten auszudrücken. Angehörige erzählen dann beispielsweise: „Als sie dann die Kündigung bekam sah sie aus, als ob sie das alles gar nichts anging, dabei muss sie doch eigentlich enttäuscht und traurig gewesen sein“ oder „Manchmal lacht er so seltsam, obwohl ich weiß, dass er doch sicher wütend auf mich war“ oder „Sie schaut mir viel seltener in die Augen als früher, stattdessen guckt sie dann einfach an mir vorbei an die Wand. Wenn ich sie frage, was los ist, antwortet sie nicht.“