Psychotherapie

Psychotherapie

  • Aufgrund der Schwere einer Schizophrenie im Vergleich zu
    anderen psychischen Erkrankungsformen, waren Ärzte und Psychologen in
    der Vergangenheit lange skeptisch, ob schizophrene Patienten von
    Psychotherapie überhaupt profitieren könnten. Diese Auffassung wird
    heute nicht mehr geteilt.
  • Betroffene berichten oft, dass das Auftreten der
    schizophrenen Erkrankung einen tiefen Einschnitt in ihr eigenes und das
    Leben ihrer Angehörigen bedeutet hat. Viele beschreiben, dass das Bild,
    welches sie von sich, ihrem Leben und der Zukunft hatten, stark
    erschüttert worden sei.
  • Betroffene müssen lernen neu mit sich und den Symptomen der
    Krankheit umzugehen, die Umwelt anders zu strukturieren als bisher,
    sich aber auch auf Reaktionen von Angehörigen, Freunden und Kollegen
    einzustellen.
  • Dazu ist es notwendig eine Fülle neuer Verhaltensweisen zu
    erwerben. Dies stellt sich für die Betroffenen oft als eine große,
    alleine kaum zu bewältigende Herausforderung dar. Durch spezielle,
    individuell zugeschnittene psychologische Verfahren, können Betroffene
    dabei unterstützt werden mit den Belastungen der Krankheit umzugehen.
    Sie sollen dabei neue Mechanismen zur Stressbewältigung zu erwerben und
    ein angemessenes Bild von sich und ihrer Umwelt zu entwickeln.
    Medikamentöse Behandlung allein vermag dies nicht zu leisten.

Formen der Psychotherapie

  • (Kognitive) Verhaltenstherapie
  • In der Behandlung von psychotischen
    Störungsbildern hat vor allem die Verhaltenstherapie in den letzten
    Jahren an Einfluss gewonnen. Besonders nützlich kann sie dann sein,
    wenn Betroffene keine ausreichende Linderung ihrer Symptome durch
    Antipsychotika erlebt haben.
  • Mit Hilfe von kognitiver Verhaltenstherapie
    sollen Betroffene lernen ihre Gedanken (Kognitionen) und Wahrnehmungen
    zu hinterfragen und neu zu bewerten.
  • Dabei haben Verhaltenstherapeuten sich das
    Ziel gesetzt besonders die belastenden positiven Symptome wie Wahn und
    Halluzinationen als Schwerpunkte in die Therapie miteinzubeziehen.
  • Der Therapeut versucht zusammen mit dem
    Betroffenen den Umgang mit diesen Symptomen zu verändern und zu
    verbessern. Es sollen Wege aufgezeigt werden, wahnhafte Überzeugungen
    zu hinterfragen. Auch geht es darum Fehler zu finden, die Betroffene
    typischerweise in ihrer gedanklichen Verarbeitung von Informationen aus
    der Umwelt machen.
  • Bei der psychotherapeutischen Behandlung von
    Halluzinationen versuchen Therapeut und Patient gemeinsam
    herauszufinden, welche Stressoren aus der Umwelt die Sinnestäuschungen
    auslösen oder verschlimmern könnten. Ziel besteht dann darin diesen
    Stress zu reduzieren um Halluzinationen vorzubeugen.
  • Leidet ein Betroffener aktuell unter
    Halluzinationen, soll er lernen damit besser zurecht zu kommen. Dabei
    können Ablenkungs- und Entspannungsstrategien zum Einsatz kommen.
    Helfen kann auch, dass der Betroffene erkennt, dass die Inhalte von
    Halluzinationen oft etwas mit eigenen Gedanken, Sorgen oder
    Befürchtungen zu tun haben können.
  • Ein Verständnis für die Entstehung und die
    Bedeutung von Halluzinationen zu entwickeln ist besonders notwendig,
    wenn Halluzinationen trotz medikamentöser Behandlung nicht verschwinden
    und dauerhaft vorhanden sind. Patienten müssen dann lernen
    Halluzinationen zu akzeptieren und mit ihnen zu leben.
  • Zusätzlich sollen soziale Kompetenzen
    gefördert und trainiert werden. Neues Verhalten wird mit Hilfe von
    Rollenspielen ausprobiert und eingeübt.

 

  • Supportive Therapie
  • Bei der supportiven (d. h.
    stützenden) Psychotherapie wird der Betroffene aktiv im Umgang mit der
    schizophrenen Erkrankung begleitet.
  • Er
    erhält dabei insbesondere Informationen über die Störung, ihre
    Behandlungsmöglichkeiten sowie Einflussfaktoren, die sich negativ auf
    den Verlauf auswirken können.
  • Es werden Probleme und Lebensentscheidungen besprochen, gemeinsam Lösungsmöglichkeiten diskutiert.
  • Fokus
    der Therapie liegt auch darauf ein besseren Selbstwert aufzubauen sowie
    eine Balance zwischen Über- und Unterforderung herzustellen.