Antipsychotika

Medikation/Psychopharmakotherapie

  • Der medikamentösen Therapie kommt bei der Behandlung eine zentrale Bedeutung zu.
  • Antipsychotika, sind Medikamente, die besonders effektiv akute Positivsymptomatik reduzieren und zum abklingen bringen können.
  • Befindet sich ein Patient in einer schweren Phase seiner schizophrenen Erkrankung, kann es sein, dass ihm selbst die Einsicht in die Notwendigkeit einer Behandlung fehlt.
  • Sind quälende und verstörende Symptome wie Wahn oder Halluzinationen mit Hilfe der medikamentösen Behandlung abgeklungen, sind die Betroffenen besser in der Lage, ihre Situation zu überschauen, die Wirklichkeit einzuschätzen und ihre Gedanken zu ordnen.
  • Darüber hinaus wirken Antipsychotika beruhigend. Unrealistische Ängste werden gemildert, Betroffene können wieder besser schlafen und sich entspannen.
  • Ein Grossteil von Patienten spricht gut auf eine neuroleptische Medikation an, aber ca. 30 Prozent erfahren nur eine schwache oder keine Linderung ihrer psychotischen Symptome durch die Behandlung mit Antipsychotika.
  • Um Rückfällen vorzubeugen sollte die medikamentöse Behandlung in der Regel mindestens für ein halbes bis ein Jahr nach der Ersterkrankung fortgeführt werden. Kommt es im Verlauf wiederholt zu akuten psychotischen Schüben, sollten Antipsychotika längerfristig zur Vorbeugung eines Rückfalls eingenommen werden.
  • Antipsychotische Medikamente können neben den erwünschten Wirkungen auch unerwünschte und unangenehme Nebenwirkungen haben. Verbreitet sind Störungen der Motorik, Konzentrationsstörungen, Gewichtszunahme und starke Müdigkeit.
  • In diesem Zusammenhang ist es wichtig mit dem behandelnden Arzt darüber zu sprechen. Dieser kann dann Art und Dosierung der Medikation ändern um die Nebenwirkungen möglichst gering zu halten. Nur auf diese Weise kann das für den Betroffenen am besten geeignete Mittel gefunden werden. Unter Umständen müssen mehrere verschiedene Medikamente ausprobiert werden, denn nicht alle Antipsychotika wirken bei allen Betroffenen auf dieselbe Weise.
  • Erlebt ein Betroffener beispielsweise besonders starke Ängste, oder ist er sehr niedergeschlagen, kann es nötig sein, eine zusätzliche Behandlung mit angstlösenden oder stimmungsstabilisierenden Medikamenten zu beginnen. Solche Medikamente bezeichnet man als Anxiolytika und Antidepressiva.


Soziotherapie

  • Ein wichtiger Baustein in der Behandlung von psychotischen Erkrankungen ist die Soziotherapie oder sozialpsychiatrische Betreuung. Ziel ist die soziale Situation des Betroffenen zu verbessern.
  • Um lebenspraktische und soziale Fähigkeiten von Betroffenen besser fördern zu können, wurden verschiedene Dienste geschaffen. Der so genannte „Sozialpsychiatrische Dienst“ kann Unterstützung bei Problemen mit der Wohnsituation, der Lebensführung, bei der Gestaltung von Freizeit oder im Zusammenleben mit anderen Menschen anbieten.
  • Arbeits- und Beschäftigungstherapien, Maßnahmen zur Rehabilitation und teilstationäre Behandlungsangebote können einen schützenden Rahmen bieten, in dem ein Betroffener sich langsam und stufenweise auf eine Rückkehr in den Beruf und in sein soziales Umfeld vorbereiten kann.

Psychotherapie

  • Aufgrund der Schwere einer Schizophrenie im Vergleich zu anderen psychischen Erkrankungsformen, waren Ärzte und Psychologen in der Vergangenheit lange skeptisch, ob schizophrene Patienten von Psychotherapie überhaupt profitieren könnten. Diese Auffassung wird heute nicht mehr geteilt.
  • Betroffene berichten oft, dass das Auftreten der schizophrenen Erkrankung einen tiefen Einschnitt in ihr eigenes und das Leben ihrer Angehörigen bedeutet hat. Viele beschreiben, dass das Bild, welches sie von sich, ihrem Leben und der Zukunft hatten, stark erschüttert worden sei.
  • Betroffene müssen lernen neu mit sich und den Symptomen der Krankheit umzugehen, die Umwelt anders zu strukturieren als bisher, sich aber auch auf Reaktionen von Angehörigen, Freunden und Kollegen einzustellen.
  • Dazu ist es notwendig eine Fülle neuer Verhaltensweisen zu erwerben. Dies stellt sich für die Betroffenen oft als eine große, alleine kaum zu bewältigende Herausforderung dar. Durch spezielle, individuell zugeschnittene psychologische Verfahren, können Betroffene dabei unterstützt werden mit den Belastungen der Krankheit umzugehen. Sie sollen dabei neue Mechanismen zur Stressbewältigung zu erwerben und ein angemessenes Bild von sich und ihrer Umwelt zu entwickeln. Medikamentöse Behandlung allein vermag dies nicht zu leisten.

Formen der Psychotherapie

  • (Kognitive) Verhaltenstherapie
  • In der Behandlung von psychotischen Störungsbildern hat vor allem die Verhaltenstherapie in den letzten Jahren an Einfluss gewonnen. Besonders nützlich kann sie dann sein, wenn Betroffene keine ausreichende Linderung ihrer Symptome durch Antipsychotika erlebt haben.

  • Mit Hilfe von kognitiver Verhaltenstherapie sollen Betroffene lernen ihre Gedanken (Kognitionen) und Wahrnehmungen zu hinterfragen und neu zu bewerten.

  • Dabei haben Verhaltenstherapeuten sich das Ziel gesetzt besonders die belastenden positiven Symptome wie Wahn und Halluzinationen als Schwerpunkte in die Therapie miteinzubeziehen.

  • Der Therapeut versucht zusammen mit dem Betroffenen den Umgang mit diesen Symptomen zu verändern und zu verbessern. Es sollen Wege aufgezeigt werden, wahnhafte Überzeugungen zu hinterfragen. Auch geht es darum Fehler zu finden, die Betroffene typischerweise in ihrer gedanklichen Verarbeitung von Informationen aus der Umwelt machen.

  • Bei der psychotherapeutischen Behandlung von Halluzinationen versuchen Therapeut und Patient gemeinsam herauszufinden, welche Stressoren aus der Umwelt die Sinnestäuschungen auslösen oder verschlimmern könnten. Ziel besteht dann darin diesen Stress zu reduzieren um Halluzinationen vorzubeugen.

  • Leidet ein Betroffener aktuell unter Halluzinationen, soll er lernen damit besser zurecht zu kommen. Dabei können Ablenkungs- und Entspannungsstrategien zum Einsatz kommen. Helfen kann auch, dass der Betroffene erkennt, dass die Inhalte von Halluzinationen oft etwas mit eigenen Gedanken, Sorgen oder Befürchtungen zu tun haben können.

  • Ein Verständnis für die Entstehung und die Bedeutung von Halluzinationen zu entwickeln ist besonders notwendig, wenn Halluzinationen trotz medikamentöser Behandlung nicht verschwinden und dauerhaft vorhanden sind. Patienten müssen dann lernen Halluzinationen zu akzeptieren und mit ihnen zu leben.

  • Zusätzlich sollen soziale Kompetenzen gefördert und trainiert werden. Neues Verhalten wird mit Hilfe von Rollenspielen ausprobiert und eingeübt.

 

  • Supportive Therapie
  • Bei der supportiven (d. h. stützenden) Psychotherapie wird der Betroffene aktiv im Umgang mit der schizophrenen Erkrankung begleitet.

  • Er erhält dabei insbesondere Informationen über die Störung, ihre Behandlungsmöglichkeiten sowie Einflussfaktoren, die sich negativ auf den Verlauf auswirken können.

  • Es werden Probleme und Lebensentscheidungen besprochen, gemeinsam Lösungsmöglichkeiten diskutiert.

  • Fokus der Therapie liegt auch darauf ein besseren Selbstwert aufzubauen sowie eine Balance zwischen Über- und Unterforderung herzustellen.