Projekt 2: Prozess-Outcome-Forschung

Wittorf et al.
Wirkfaktoren der KVT und deren Einfluss auf die Positivsymptomatik bei psychotischen Störungen.
(Process and outcome in CBT for positive symptoms in psychotic disorders)

Untersuchungsgegenstand
Ziel der Studie besteht in der Identifikation von KVT-spezifischen Wirkfaktoren bzw. Mediatoren, die zu einer Reduktion von Positivsymptomen führen. Als ausschlaggebende, das Therapieresultat maßgeblich mitbestimmende Faktoren werden die Qualität der therapeutischen Beziehung, d. h. das Verhältnis zwischen Patient und Therapeut und die Güte der Zusammenarbeit beider Parteien postuliert. Dabei wird angenommen, dass eine stabile therapeutische Beziehung, ebenso wie der Zeitpunkt und die Intensität, mit der psychotische Annahmen durch den Therapeuten hinterfragt werden, eine wichtige Grundvoraussetzung für die erfolgreiche kognitive Umstrukturierung und den Disput wahnhafter Gedankeninhalte darstellt. Zusätzlich evaluieren unabhängige Rater die Befolgung des Therapiemanuals seitens der Therapeuten (Manualtreue).

Methode und Messinstrumente
Zur Evaluation der korrekten Befolgung des Therapiemanuals durch den Therapeuten dienen Tonbandaufnahmen, die von unabhängigen Ratern in Bezug auf das Thema und die Inhalte der jeweiligen Sitzung sowie die einzuhaltenden formalen Rahmenbedingungen (z. B. Sitzungsdauer etc.) mittels einer Checkliste bewertet werden.
Die therapeutische Beziehung wird am Ende jeder Sitzung von Patient und Therapeut mittels „Patienten-" und „Therapeutenstundenbögen" erhoben. Darüber hinaus erfassen diese Stundenbögen andere Wirkfaktoren wie etwas Ressourcenaktivierung, Klärungs- und Bewältigungserfahrungen oder Emotionsaktualisierung.
Die Einschätzung der therapeutischen Beziehung aus den Perspektiven Patient und Therapeut über alle Sitzungen hinweg erlaubt Aussagen über die Entwicklung und den Verlauf solcher Wirkfaktoren.
Zusätzlich werden zufällig ausgewählte Tonbandaufzeichnungen der Sitzungen durch unabhängige Beurteiler mit Hilfe der Cognitive Therapy Scale for Psychosis (CTS-Psy) hinsichtlich der Güte der therapeutischen Zusammenarbeit eingestuft. Die CTS-Psy besteht aus 10 Items, mit denen „geleitetes Erkennen", „Fokussierung auf Schlüsselkognitionen", „Feedback durch den Therapeuten", "Auswahl und Qualität von Interventionen", „interpersonelle Effektivität" sowie die „Strukturierung der Therapiestunde" auf einer sieben-stufigen Skala eingeschätzt werden.