Indikation und Wirksamkeit von KVT bei der Behandlung Psychotischer Störungen

• Nach einer systematischen Analyse der vorliegenden Studien zur Effizienz kognitiver Verhaltenstherapie bei der Psychosebehandlung kamen Jones et al., 2005 und Pilling et al., 2002 zu dem Schluss, dass KVT sich positiv auf die allgemeine Befindlichkeit von psychotischen Patienten auswirkt.

• Sowohl das „British National Institute of Clinical Excellence" (NICE) als auch die „American Psychiatric Association" (APA) und die „Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde" (DGPPN) empfiehlt die KVT als Richtlinienbehandlungsverfahren bei schizophrenen Störungen.

• Obwohl eine zunehmende Anzahl wissenschaftlicher Studien die positiven Wirkungen von KVT auf die allgemeine psychische Befindlichkeit von Patienten und die dadurch verminderte Rückfallwahrscheinlichkeit bestätigen, gibt es bis heute noch keine einheitlichen Erkenntnisse ob mittels KVT die besonders zerstörerischen und angstauslösenden Positivsymptome der Erkrankung in klinisch relevantem Ausmaß reduziert werden können.

• Neben des noch ausstehenden Nachweises der Effizienz der KVT bei der Behandlung von Positivsymptomatik, stehen noch viele weitere unbeantwortete Fragen im Raum. So ist bis heute noch wenig bekannt welche spezifischen Wirkfaktoren der Therapie für den tatsächlichen Effekt verantwortlich sind, welche neurophysiologischen Prozesse der Entwicklung und Verbesserung von Wahnsymptomatik zugrunde liegen oder ob psychosetypische Probleme wie Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten den Therapieerfolg limitieren können.

Die hier vorgestellte, randomisierte Multicenterstudie soll diese und weitere Fragen untersuchen, deren Beantwortung unserer Auffassung nach weitreichende Implikationen für das Verständnis von Psychose und Versorgung der Patienten hat.