Erklärungsmodelle psychotischer Symptome

In dem Bestreben ein besseres Verständnis bezüglich der Entstehung psychotischer Symptome zu entwickeln, wurden in den vergangenen Jahren unterschiedliche kognitiv-verhaltenstherapeutische Erklärungsmodelle entworfen, die sowohl auf Entstehungs- als auch auf aufrechterhaltende Bedingungen von Wahnphänomenen fokussieren.

Garety et al. (2001) postulierten die Bedeutung frühkindlicher Traumata und soziale Ausgrenzung beim Erwerb negativer kognitiver Schemata. Negative kognitive Schemata schätzen sie als wichtigen Vulnerabilitätsfaktor für die Entwicklung psychotischer Störungen ein.

Bentall et al. (1994) zogen zur Erklärung von Wahnideen Attributionstheorien heran und nahmen an, dass Patienten negative Erlebnisse stark external attribuieren um die Aktivierung negativer kognitiver Schemata zu vermeiden.

Freemann et al. (2001) betonen die Bedeutung von Sicherheits- und Kontrollverhalten bei der Aufrechterhaltung von Verfolgungswahn.

• Das therapeutische Konzept des hier vorgestellten Forschungsprojekts basiert auf dem von Blackwood et al. (2001) vorgestellten Heuristischen Modell zur Erklärung von Wahnentwicklung und -behandlung. Verfolgungswahn wird in diesem Modell als Ergebnis gestörter Informationsverarbeitung betrachtet. Diese kann aufgrund selektiver Wahrnehmung vornehmlich bedrohungsbezogener Reize und Fehler im schlussfolgernden Denken (willkürliches Schlussfolgern, Attributionsfehler, beeinträchtigte Theory of Mind) zustande kommen.