Positivsymptome und ihre Bedeutung


• Charakteristisch für psychotische Störungen ist die Heterogenität klinischer Probleme und Symptome, die auftreten können. Positivsymptome in Form von wahnhaften Überzeugungen und Halluzinationen sind jedoch besonders einschneidend, bedrohlich und belastend für Betroffene und Angehörige.

• Die Bedeutung der Positivsymptomatik schlägt sich auch in den internationalen Diagnosemanualen nieder, die das Vorhandensein mindestens eines Positivsymptoms über den Zeitraum von einem Monat fordern, um die Diagnose einer Schizophrenie zu rechtfertigen.

• Obwohl Forschungsergebnisse und klinische Erfahrungen nahe legen, dass Positivsymptome besser als Negativsymptome medikamentös behandelbar sind, spricht ein nicht unerheblicher Teil von Patienten mit Positivsymptomen nur unzureichend oder gar nicht auf eine antipsychotische Medikation an und leidet auch langfristig unter den sehr einschränkenden, angstauslösenden Symptomen (Kane 1996).

• Vor diesem Hintergrund ist Psychotherapieforschung notwendig, die eine medikamentöse Behandlung nicht ersetzen, sondern Patienten zusätzlich Strategien für ein besseres Verständnis und einen adäquateren Umgang mit ihren Symptomen vermittelt soll.

• Die Reduktion persistierender Positivsymptome soll dabei sowohl Patienten als auch Angehörige entlasten, die soziale Reintegration von Patienten fördern und kann damit auch zu einer Reduktion der Kosten im Gesundheitswesen beitragen.