Projekt 6: KVT zur Behandlung von Jugendlichen


Bechdolf et al.

Entwicklung und Pilotevaluation einer modifizierten Form kognitiver Verhaltenstherapie (mKVT) zur Behandlung von Jugendlichen mit Frühbeginn der Psychose.
(Development and pilot evaluation of modified cognitive behavioural therapy (mCBT) for adolescents with early onset psychosis)

Untersuchungsgegenstand
Im Rahmen dieses Projektes soll eine Übertragung und Ausweitung des Behandlungskonzeptes kognitiver Verhaltenstherapie zur Behandlung von Positivsymptomatik bei psychotischen Störungen auf ein jüngeres Patientenklientel erfolgen. Die Studie hat explorativen Charakter, da bis jetzt kaum Untersuchungen bezüglich der Anwendbarkeit von KVT bei Jugendlichen mit psychotischen Erkrankungen existieren. Anliegen ist, zu ersten Einschätzungen in Bezug auf die Übertragbarkeit des Behandlungskonzeptes auf jugendliche Patienten zu gelangen. Ein weiteres primäres Ziel besteht in der Sammlung wichtiger Informationen zu den erforderlichen Effektstärken, welche nötig sind, um zukünftigen Untersuchungen einen besseren Anhalt für die notwendige Power geben zu können.

Studiendesign

Zur Untersuchung der o. g. Fragestellung wird eine mulizentrische, randomisiert-kontrollierte Studie durchgeführt, in der eine speziell auf die Bedürfnisse jugendlicher Patienten zugeschnittene modifizierte Form kognitiver Verhaltenstherapie (mKVT) mit der derzeit gängigen Standartbehandlung (TAU = Treatment as usual) verglichen wird.
Pro Interventionsbedingung werden 21 Patienten im Alter von 14-18 Jahren mit 20 Therapiesitzungen a 50 Minuten in einem ambulanten Setting über einen Zeitraum von neun Monaten behandelt. Eine zentrale Modifikation der KVT für Jugendliche im Vergleich zur Behandlung von erwachsenen Patienten besteht in der expliziten Miteinbeziehung von Erziehungsberechtigten, in der Regel Eltern bzw. anderen relevanten Bezugspersonen, in das Therapiegeschehen. So finden insgesamt fünf der 20 Sitzungen zusammen mit Angehörigen statt. Der Behandlungsrhythmus entspricht dem in Projekt 1 (die ersten vier Sitzungen im Wochenrhythmus, verbleibende Sitzungen 14tägig). Katamneseuntersuchungen erstrecken sich mit vier Follup-up-Messzeitpunkten zur Kontrolle der Stabilität der erzielten Effekte über zwei Jahre.

Methode und Messinstrumente
Positivsymptomatik wird über den Summenscore der Positivitems (P1-P7) der Positive and Negative Syndrome Scale (PANSS) erfasst. Dabei handelt es sich um eine gut untersuchte, standardisierte Ratingskala, welche als gängiges und valides Messinstrument bereits in einer Vielzahl von Studien zum Einsatz kam.

Ein-/Ausschlusskriterien

1) Patienten müssen die diagnostischen Kriterien einer Schizophrenie (DSM IV 295.1, 295.3, 295.6, 295.9), einer schizophrenieformen (DSM IV 295.4), schizoaffektiven (DSM IV 295.7) oder wahnhaften Störung (DSM IV 297.1) erfüllen. Die Diagnosesicherung erfolgt über ein strukturiertes klinisches Interview (SKID-I).
2) Mittel bis stark ausgeprägte psychotische Symptome, operationalisiert über einen Punktwert von ? 4 bezüglich der Items „Wahn“ (P1), „Halluzinationen“ (P3) auf der PANSS-Skala.
3) Positivsymptome müssen mindestens vier Wochen oder länger vorhanden sein.
4) Verstehen und Beherrschen der deutschen Sprache.
5) Alter zwischen 14 und 18 Jahren.
6) Verbal-IQ > 80, erfasst über den „Mehrfachwahl Wortschatz Intelligenz-Test“(MWT-B).
7) Es dürfen keine psychischen Störungen organischer Ursache vorliegen
8) Diagnose eines Substanzmissbrauchs oder Substanzabhängigkeit
9) Räumliche Entfernung zum Studienzentrum unter einer Stunde Fahrzeit
10) Einwilligungsfähigkeit