Projekt 4: FMRI Studie

Kircher et al.
Neuronale Korrelate von Effekten Kognitiver Verhaltenstherapie bei der Behandlung von Positivsymptomen bei psychotischen Störungen
(Neural Basis of Cognitive Behavioural Therapy Effects on Positive Symptoms in Patients with Psychosis)

Untersuchungsgegenstand
Ziel dieser Studie ist die Analyse neurophysiologischer Prozesse, welche der Entwicklung und Verbesserung von Wahnsymptomatik zugrunde liegen. Mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) sollen potentielle differentielle Effekte von KVT und ST auf das zerebrale Aktivierungsmuster untersucht werden.

Folgende Fragestellungen stehen dabei im Vordergrund:
1) Was sind die neuronalen Korrelate der paranoiden Symptomatik und der damit häufig einhergehenden Phänomene der Attributionsverzerrung (attributional bias) sowie des vorschnellen Schlussfolgerns (jumping to conclusions)?
2) Lassen sich anhand spezifischer bereits vor Therapie bestehender Gehirnaktivierungsmuster Aussagen bezüglich des Behandlungsergebnisses ableiten?
3) Welche Komponenten neuronaler Schaltkreise können potentiell durch KVT verändert werden?
4) Gibt es spezifische Gehirnstrukturen, die speziell mit Wahnsymptomatik assoziiert werden können?

Methode und Messinstrumente
Zur Beantwortung der oben genannten Fragen wird die Gruppe an Personen aus dem Gesamtpool von Studienpatienten aus Projekt 1 untersucht, bei der keine Kontraindikation für eine fMRT-Untersuchung besteht. Es sollen 80 Patienten mit chronifizierter Psychose gemessen werden sowie 80 gesunde Kontrollprobanden. Vor Beginn und im Anschluss an die neunmonatige Therapie - entweder mittels KVT oder mittels ST - wird eine fMRT-Untersuchung durchgeführt. Untersucht werden Gehirnaktivierungsunterschiede zwischen Patienten und Gesunden im Therapieverlauf mit direktem Vergleich der beiden Therapieformen. Im Fokus der Analyse stehen charakteristische Fehlleistungen im Wahrnehmen und Denken psychotischer Patienten. Untersucht werden das Phänomen des verfrühten Schlussfolgerns (jumping to conclusions) und die verzerrte Ursachenzuschreibung beim Selbst- vs. Fremdbezug emotionaler Ereignisse (attributional bias).