Was passiert im Gehirn? Biochemische Grundlagen und neuroanatomische Befunde

• Wissenschaftler bemühen sich bereits seit Jahrzehnten darum, die biologischen Prozesse und Veränderungen zu verstehen, die zu charakteristischen psychotischen Symptomen führen. Dies ist bis jetzt nur in Ansätzen gelungen.

• Forscher haben inzwischen herausgefunden, dass ein Ungleichgewicht im Botenstoffsystem des Gehirns einen Teil der Symptomatik auslösen kann.

• Botenstoffe werden auch als Neurotransmitter bezeichnet. Dies sind Substanzen, die an der Übermittlung von Nervenimpulsen von einer Zelle zur nächsten beteiligt sind. Untersuchungen legen die Vermutung nahe, dass Betroffene, die an einer Schizophrenie erkrankt sind, in einer Hirnregion zu viel, in einer anderen zu wenig des wichtigen Neurotransmitters Dopamin aufweisen. Dies kann zum einen beispielsweise zu Wahnsymptomatik und Halluzinationen, auf der anderen Seite zu Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen führen.

• Medikamente, die zur Behandlung eingesetzt werden, wirken direkt oder indirekt auf diesen, aber auch andere Neurotransmitter im Gehirn. Sie heißen Antipsychotika.

• Durch bildgebende Verfahren wie die Computertomographie, konnte festgestellt werden, dass Betroffene auch strukturelle Besonderheiten im Gehirn aufweisen, die bei Gesunden nicht vorkommen. So zeigte sich, dass bestimmte Ventrikel –das sind mit Flüssigkeit gefüllte Kammern im Gehirn- erweitert sein können. Dies, wie auch Veränderungen der Hirndurchblutung, scheinen mit den für Schizophrenie typischen Denkstörungen in Zusammenhang zu stehen.

• Wissenschaftler vermuten, dass die Veränderungen im Gehirn durch eine genetische Veranlagung oder aber auch durch Verletzungen während der Schwangerschaft (z. B. Virusinfektionen der Mutter in der fetalen Entwicklung des Gehirns oder Geburtskomplikationen) verursacht sein könnten.