Sichtweisen von Betroffenen und Angehörigen

Eine psychotische Störung ist eine vielschichtige, sehr belastende und verwirrende Krankheit für Patienten, ebenso wie für deren Familienangehörige, Lebenspartner, Freunde oder Arbeitskollegen. Die Symptome stellen sich für die betroffene Person selbst oft anders dar als für ihre Umwelt. So hängt eine Beschreibung der Beschwerden von der Perspektive der Betrachtung ab. Patienten und Angehörige können stark von einander abweichende Erfahrungen gemacht und unterschiedliche Erlebnisse gehabt haben:


Erfahrungen aus der Perspektive von Betroffenen

• die Umwelt erscheint verändert oder gar bedrohlich
• die Absichten anderer Personen erscheinen schwer verständlich oder wirken feindselig
• es ist zu befürchten, dass bestimmte Organisationen oder der Staat zum eigenen Schaden der eigenen Person tätig sein könnten
• die eigenen Fähigkeiten werden von anderen Menschen unterschätzt
• es scheinen Dinge zu geschehen, die nicht durch „normale“ Erklärungen zu verstehen sind
• es sind Geräusche oder Stimmen zu hören, die irritierend, störend, verletzend oder bedrohlich sind

=> Fallbeispiel Frau G.

 

Erfahrungen aus der Perspektive von Angehörigen oder Freunden
• Der Betroffene wirkt stark in seinem Wesen verändert. Viele Verhaltensweisen des Betroffenen erscheinen unverständlich.
• das Zusammenleben mit dem Betroffenen ist konfliktreich und belastend. Es kommt oft zu Streit.
• der Betroffene scheint keine Einsicht dahingehend zu haben, dass er sich anders verhält als sonst. Es gibt viele Missverständnisse.
• der Betroffene nimmt seine Pflichten nicht mehr wahr und ist von außen nur schwer motivierbar Aktivitäten aufzunehmen oder fortzuführen.
• der Betroffene legt keinen Wert mehr auf sein Äußeres und vernachlässigt die Körperhygiene
• er/sie zieht sich immer öfter von anderen zurück und geht nur noch eigene Wege.
• aufgrund der Veränderungen treten oft Probleme bei der Arbeit oder der Ausbildung auf.

=> Fallbeispiel Mutter von Frau G.