Krankheitsbezeichnungen

Es gibt sehr unterschiedliche Erscheinungsbilder psychotischer Erkrankungen. Fachleute haben versucht die Vielzahl an Störungsformen voneinander abzugrenzen. Im Folgenden soll (etwas vereinfacht) dargestellt werden welche psychotischen Störungen es gibt und wie sie benannt werden:

• Psychose
Der Begriff Psychose dient als ein Oberbegriff. Er wird verwendet, um ganz allgemein zum Ausdruck zu bringen, dass ein Betroffener den Realitätsgehalt von Einstellungen und Überzeugungen nicht mehr anhand von Erfahrungen und Tatsachen überprüfen kann. Es treten Veränderungen in der Wahrnehmung und im Denken auf.

• Psychotische Episode
Bezeichnung für eine einzelne, akute Krankheitsphase mit oben genannten Merkmalen. Man spricht von einer psychotischen Episode, wenn deren Vorgeschichte nicht bekannt und der weitere Verlauf noch offen ist.

• Schizophrenie oder schizophrene Psychose

  • Die Schizophrenie ist eine der bekanntesten Krankheiten mit psychotischen Merkmalen.
  • Darunter wird eine psychische Störung verstanden, die:
    - einen langfristigen Verlauf hat.
    - sich in der Regel im jungen Erwachsenenalter entwickelt.
    - mit mindestens einer, in der Regel jedoch mehreren psychotischen Episoden einhergeht.
    - in den psychotischen Phasen häufig wahnhafte Überzeugungen oder Sinnestäuschungen mit
    sich bringt.
    - bei der die Betroffenen Beeinträchtigungen des Denkens und der Konzentration erleben.
  • Zwischen den akuten psychotischen Episoden können stabile Phasen oder Phasen mit weniger Symptomen vorkommen.
  • Die Bezeichnung Schizophrenie bedeutet wörtlich übersetzt „gespaltenes Bewusstsein“. Sie soll zum Ausdruck bringen, dass beeinträchtigtes und unbeeinträchtigtes Empfinden nebeneinander bestehen können. Z. B. kann ein Betroffener seinem Ehepartner sehr zugetan sein und seine Nähe suchen, zugleich aber auch vermuten, dieser wolle ihn überwachen und bespitzeln. Im Alltagssprachgebrauch und in den Medien wird der Begriff Schizophrenie oft falsch mit „gespaltener Persönlichkeit“ übersetzt und mit einer anderen, sehr umstrittenen Erkrankung, nämlich der multiplen Persönlichkeitsstörung verwechselt. Dabei sind Betroffene der Überzeugung, dass sie mehrere unterschiedliche Persönlichkeiten in sich vereinen. Solche Phänomene treten bei der Schizophrenie jedoch nicht auf.